Klosteridee St. Oswald

In Sankt Oswald gibt es ein seltenes Naturwunder – eine Felsenquelle. Das „ergiebige und wohlschmeckende Quellwasser aus dem Felsen“ war auch der Grund, warum Sankt Oswald zu einem Kloster- und Wallfahrtsort wurde. Landgraf Johann I. von Leuchtenberg, der damalige Landesherr im Waldland zwischen Rachel und Lusen, ließ 1389 über der Quelle eine Kapelle errichten. 1396 stiftete er dort ein Kloser, das er unter den Schutz des Heiligen Oswald stellte.
Drei Mönchsorden, die Pauliner, die Augustiner-Chorherren und die Benediktiner kümmerten sich 400 Jahre lang um das Seelenheil der Klosteruntertanen. Sie betreuten auch die Wallfahrer, die sich vom Wasser der Quelle „Heilung und Hilfe“ erhofften.
Das Kloster wurde 1803 aufgelöst. Die Wallfahrt hat das Klosterende überdauert. Ein großer Wallfahrtstag ist auch heute noch der sogenannte „Garnsamstag“, am Samstag vor dem Fest Christi Himmelfahrt.

Wallfahrt
Die „heilende Kraft der Felsenquelle“ war einstmals weit über Sankt Oswald hinaus bekannt. Das Bründlwasser half bei „schwachen und erblindeten Augen“, bei „eiternden Wunden“, bei „Gichtbeschwerden“ und bei „verkrüppelten und lahmen Gliedern“. Das Wasser diente auch der Gesundheit und dem Wohlergehen des Viehs.
Die Sankt Oswalder bemühen sich seit Jahren um die Erforschung der Kloster- und Wallfahrtsgeschichte. Unter dem Arbeitstitel „Klosteridee“ hat der Museumsverein eine sechsteilige Schriftenreihe zu wichtigen Themen der Orts- und Heimatgeschichte herausgegeben und zwischen Bründlkapelle und Waldgeschichtlichem Museum wurde ein Wallfahrtsweg errichtet. Die Wegebauer haben sich bemüht, unter dem „Leitthema Bergpredigt“ etwas „Besonderes und Einmaliges“ zu schaffen. Der Weg besteht aus drei Teilen: dem Brunnenberg, einer Kreuzgruppe und einem Meditationsweg über die Seligkeiten der Bergpredigt.

Brunnenberg Brunnenberg

Der Brunnenberg ist Symbol für den Pilger, der mit einer Not, einer Last, einem Wunsch oder einer Schuld zur gnadenbringenden Quelle wandert und dort Heilung und Hilfe erhofft. Der Brunnenberg wurde vor der Felsenquelle und dem Bründlweiher aus Findlingen aufgebaut, aus denen Knospenkreuze wachsen. Die schmiedeeisernen Knospenkreuze stellen die Wallfahrer dar, die zur heiligen Quelle pilgern. Zwischen den Steinen blühen Blumen, Farne, Kräuter und Stauden. Die Quelle sprudelt aus einer großen Felsplatte. Am Brunnen empfangen der Heilige Oswald und eine Kreuzgruppe aus Bronze den Pilgerzug.


Monumentalkreuz Monumentalkreuz

Das Monumentalkreuz am Wiesengraben vor dem Waldgeschichtlichen Museum zeigt „Gedanken zur Bergpredigt“. In der Bergpredigt mahnt Jesus, dass nicht Sorgen und Kummer, Leid und Angst im Mittelpunkt des Lebens stehen sollen.
Die Kreuzarme wurden aus einem Bündel geschmiedeter Vierkanteisen angefertigt. Sie sind als „Dornendickicht“ gestaltet und symbolisieren die Nöte des Lebens. Die Bronzevögel (von Michael Dürr) und die farbigen Glasteile weisen auf die tröstenden Worte der Bergpredigt hin, wo Christus sagt: „… betrachtet die Vögel des Himmels… und die Blumen des Feldes…“
Von den vier Seiten des granitenen Kreuzpfeilers grüßen die Kloster-
heiligen Oswald (von Siegfried Obleitner), Wenzel (von Leopold Wenzel Hafner), Katharina und Benedikt (von Ulrich Kupka) „als Wegweiser und Helfer zum Himmel“ den Betrachter. Zu Füßen des Kreuzes steht auf einem Findling die Gottesmutter (von Hans Lentner). In zwei Bronzereliefs (von Sr. Maria Sigmunda May, OSF) wird auf ihre Mitwirkung in der Heilsgeschichte hingewiesen.


Der Meditationsweg

Brunnenberg und Monumentalkreuz werden durch einen Meditationsweg verbunden. Künstler aus Deutschland, Österreich und Tschechien haben in einem Symposium versucht, die Geheimnisse und Botschaften der Bergpredigt zu deuten:
Station 1: „Verkündigung Maria“ (Joseph Michael Neustifter)
Station 2: „Der Sturm auf dem See“ (Jiri Streda)
Station 3: „Der Weg zum Himmell ist eng und schmal“ (Edeltraud M. Göpfert)
Station 4: „Ein Haus auf Fels gebaut“ (Veronika Schagemann)
Station 5: „ Unser täglich Brot“ (Gunther Stilling)
Station 6: „An den Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Michael Lauss)
Station 7: „Der Mensch findet Ruhe in Gott“ (Meinrad Mayrhofer)
Station 8: „ Ein Fingerzeig ins Licht“ (Josef Schneck)


Idee: Alfons Urban
Gesamtkonzept und künstlerische Leitung: Manfred Karl Piontek
Drei-Länder-Symposium: Hubert Huber
ViSdP: Harald Sochor
Die sechs Hefte der Schriftenreihe und die Dokumentation des Drei-Länder-Symposiums können beim Museumsverein oder beim Ohetaler Verlag erworben werden.